Warum mentale Selbstregulation oft der Einstieg in echte Veränderung ist
Viele Menschen verbinden Stress vor allem mit einem Gefühl im Kopf.
Gedanken kreisen, bewerten, planen, kommentieren – oft pausenlos.
Der Körper wird dabei lange übersehen.
Dabei beginnt Selbstregulation eigentlich genau dort: im Körper.
Im Nervensystem.
Im Atem.
In Spannung und Entspannung.
Trotzdem ist es für die meisten Menschen so, dass sie sich erst dann mit dem Thema Selbstregulation beschäftigen, wenn der Stress mental spürbar wird.
Wenn der Kopf laut wird.
Wenn Grübeln einsetzt.
Wenn innere Ruhe kaum noch erreichbar scheint.
Warum wir Stress zuerst im Kopf lösen wollen
Wenn Gedanken kreisen, versuchen wir häufig, das Problem auf der Vernunftsebene zu klären.
Wir sagen dann Dinge wie:
„Ich muss das anders denken.“
„Mein Verstand spielt mir gerade Streiche.“
„Ich muss den Stress aus dem Kopf bekommen.“
Kaum jemand kommt in diesem Moment auf die Idee, dass der Ursprung dieser inneren Unruhe auch etwas mit dem Körper zu tun haben könnte. Stattdessen versuchen wir, den Stress gedanklich zu lösen – durch Analysieren, Erklären oder inneres Diskutieren.
Und genau deshalb kommen viele Menschen erst dann mit dem Thema Selbstregulation in Berührung, wenn es auf der mentalen Ebene sichtbar wird.
Mentale Selbstregulation bedeutet nicht Gedankenkontrolle
Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass mentale Selbstregulation bedeutet, Gedanken stoppen oder kontrollieren zu müssen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Mentale Selbstregulation heißt nicht, den Kopf leer zu machen.
Sie heißt auch nicht, „positiv“ zu denken oder unangenehme Gedanken loszuwerden.
Mentale Selbstregulation bedeutet, Abstand zu gewinnen.
Gedanken sind mentale Ereignisse.
Sie tauchen auf, verändern sich und verschwinden wieder.
Aber sie sind nicht das, was wir sind.
Ein zentraler Satz in der Arbeit mit mentaler Klarheit lautet deshalb:
Du bist nicht deine Gedanken.
Wir identifizieren uns jedoch sehr schnell mit ihnen.
Was wir denken, fühlt sich oft wie eine Wahrheit an.
Wie etwas, das über uns oder unser Leben aussagt.
Mentale Klarheit entsteht dort, wo wir beginnen, Gedanken als das wahrzunehmen, was sie sind: Angebote – keine Befehle.
Mentale Klarheit entsteht nicht durch Lösungen, sondern durch Entlastung.
Mentale Klarheit ist kein leerer Kopf
Ein leerer Kopf ist kein realistisches Ziel.
Mentale Klarheit bedeutet vielmehr, innerlich nicht mehr mitten im Gedankenstrom zu stehen.
Ein hilfreiches Bild dafür ist eine Straße mit vorbeifahrenden Autos:
Wenn wir mitten auf der Straße stehen, werden wir von jedem Auto erfasst.
Wenn wir einen Schritt an den Rand treten, können wir die Autos vorbeifahren sehen.
Die Gedanken sind noch da –
aber wir sind nicht mehr vollständig in ihnen gefangen.
Mentale Selbstregulation ist keine Technik, die man „beherrschen“ muss.
Sie ist eine innere Haltung.
Sie ist kein Zustand, den man dauerhaft erreicht, sondern ein Weg.
Ein Übungsfeld.
Und eine Einladung, freundlicher mit sich selbst umzugehen.
Wenn du mehr über mentale Selbstregulation erfahren möchtest, hör gerne in die neue Podcastfolge rein!
Und wenn du lernen willst, wie man Abstand zu seinen Gedanken gewinnt und lernt sich selbst zu regulieren, komm gerne in meinen Onlinekurs „Regulier dich selbst“. Mehr dazu findest du hier.