Emotionen fühlen sich oft überwältigend an.

Wut kann in Sekunden alles dominieren.
Angst kann Entscheidungen blockieren.
Traurigkeit kann den ganzen Tag einfärben.

Viele Menschen erleben Gefühle als etwas, das sie „überkommt“.
Als etwas, das sie steuert.
Und manchmal auch als etwas, das sie lieber nicht fühlen würden.

Doch was wäre, wenn Emotionen gar nicht das Problem sind?

Was wäre, wenn sie eigentlich nur kurz bleiben –
und wir sie unbewusst verlängern?Eine Emotion beginnt im Körper


Emotionen entstehen nicht im Denken.
Sie beginnen im Nervensystem.

Ein Reiz taucht auf –
ein Satz, ein Blick, eine Erinnerung, eine Situation.

Das Gehirn bewertet blitzschnell:
Sicherheit oder Gefahr?
Angenehm oder unangenehm?

Und der Körper reagiert.

Herzschlag verändert sich.
Die Atmung wird schneller oder flacher.
Muskeln spannen sich an.
Stresshormone werden ausgeschüttet.

Diese biochemische Reaktion – die eigentliche emotionale Welle –
dauert physiologisch meist nur etwa 60 bis 90 Sekunden,
wenn sie nicht weiter befeuert wird.

Das ist die reine körperliche Emotionsreaktion.

Doch danach beginnt oft etwas anderes.


Warum Gefühle länger bleiben, als sie müssten

Emotionen sind kurz.
Gedanken über Emotionen sind es nicht.

Stell dir vor, jemand kritisiert dich.

Im ersten Moment spürst du vielleicht Hitze im Gesicht,
Druck im Brustkorb oder Enge im Bauch.

Das ist die emotionale Welle.

Doch dann beginnt der innere Dialog:

„Warum sagt er das?“
„Das stimmt doch gar nicht.“
„Immer passiert mir so etwas.“
„Ich hätte anders reagieren müssen.“

Und plötzlich sind aus 90 Sekunden
30 Minuten innerer Aufruhr geworden.

Nicht wegen der Emotion.
Sondern wegen der Geschichte.

Wir verlängern Emotionen durch:

  • Grübeln
  • Rechtfertigen
  • inneres Wiederholen der Situation
  • Selbstkritik
  • Widerstand gegen das Gefühl

Nicht das Gefühl hält uns fest.
Sondern unser Umgang damit.


Wie sehr Emotionen unser Leben beeinflussen

Emotionen steuern mehr, als uns bewusst ist.

Sie beeinflussen:

  • unsere Entscheidungen
  • unsere Kommunikation
  • unsere Beziehungen
  • unser Selbstbild

Wut spricht schneller als Bewusstsein.
Angst entscheidet schneller als Logik.
Scham zieht uns schneller zurück, als wir reflektieren können.

Wenn wir emotional nicht reguliert sind, reagieren wir automatisch.
Und automatische Reaktionen fühlen sich oft an wie „So bin ich eben“.

Doch meistens sind es Schutzmuster unseres Nervensystems.


Was emotionale Selbstregulation wirklich bedeutet

Emotionale Selbstregulation heißt nicht:

  • nichts zu fühlen
  • ruhig bleiben zu müssen
  • Emotionen zu unterdrücken
  • souverän wirken zu wollen

Sie bedeutet:

Gefühle bewusst wahrzunehmen,
ohne vollständig von ihnen gesteuert zu werden.

Der Schlüssel liegt im Körper.

Statt die Situation gedanklich zu analysieren,
hilft es, die Aufmerksamkeit auf das zu richten,
was im Körper gerade spürbar ist:

Hitze.
Enge.
Druck.
Zittern.

Wenn wir im Körper bleiben,
unterbrechen wir die Gedankenspirale.

Und oft merken wir:
Die Welle bewegt sich.
Sie verändert sich.
Sie klingt ab.

Emotionen wollen gefühlt werden.
Widerstand verlängert sie.
Bewusstes Erleben integriert sie.


Emotionale Freiheit bedeutet Wahlfreiheit

Emotionale Reife heißt nicht Gefühllosigkeit.

Sie bedeutet Wahlfreiheit.

Ich darf fühlen.
Aber ich muss nicht aus jedem Gefühl heraus handeln.

Zwischen Reiz und Reaktion entsteht ein Raum.
Und in diesem Raum liegt Selbstregulation.

Emotionen kommen.
Emotionen gehen.

Je mehr wir lernen, sie bewusst zu begleiten,
desto weniger bestimmen sie unser Leben.

Und genau das ist emotionale Selbstregulation.

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